"Zukunftdialog Wohnen NRW" mit Ministerin Scharrenbach

Bochum, 11.11.2022. NRW-Ministerin Ina Scharrenbach war prominenter Gast beim „Zukunftsdialog Wohnen NRW“ – ein Veranstaltungsformat des BFW Landesverbandes Nordrhein-Westfalen – zu dem sich rund 60 Gäste aus Politik und Wirtschaft im Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) trafen.

Mit Spannung erwartet wurden Grußwort und Positionierung von Ministerin Ina Scharrenbach, die vor der versammelten Wohnungswirtschaft Klartext sprach. „Wohnraum soll sicher, energetisch sauber und bezahlbar sein, diese Triade wurde auf Bundesebene nicht ausreichend in den Blick genommen“, so die Ministerin. Anerkennend stellte sie heraus, dass die Zahl der Wohneinheiten in den letzten Jahren zwar seit 1990 um knapp 9 Mio. Einheiten (knapp 25 Prozent) gestiegen, parallel dazu aber der CO2-Abdruck um 18 Prozent gesunken sei.
Die Summe der inzwischen geplanten Maßnahmen nannte sie schwierig, unkoordiniert und nicht administrierbar. Ihr Urteil: „Das führt zu Frustration mit Ansage.“ Dies dürfe kein politischer Handlungsschwerpunkt sein. Mit Blick auf das nächste Jahr wünsche sie sich, dass die öffentliche Hand Investitionsimpulse setzt, um Fortschritt und Wohlstand im Land zu sichern.

Gäste in der von Landesgeschäftsführerin Elisabeth Gendziorra moderierten Talkrunde rund um das Thema „Zukünftige Herausforderungen für Bestandshalter – was kann, was muss die Wohnungswirtschaft leisten?“ waren neben NRW-Ministerin Ina Scharrenbach Friederich Sahle (Geschäftsführer Sahle Wohnen) und Norbert Riffel (Geschäftsführer VBW Bochum). In dieser Runde ging es vor allem um die Probleme der Bestandshalter. 60 Prozent des gesamten Bestandes an Ein- und Mehrfamilienhäusern liegt nach Aussage von Scharrenbach derzeit in sogenannter „Kleinvermieterhand“.

Friederich Sahle zeigte sich enttäuscht vom Gießkannenprinzip der Fördermaßnahmen im Bund. „Ich hätte mir eine gezielte Förderung der 11 Mio. Menschen gewünscht, die Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben“, so der Geschäftsführer des Grevener Unternehmens. Sehr gespannt ist der Bestandshalter, inwieweit die Mieter die anstehenden Heizkostenvorauszahlungen auch tatsächlich zahlen können. „Die Heizkostenvorauszahlungen steigen damit ganz konkret gesprochen für unsere Mieter von rund 13 Mio. Euro pro Jahr auf knapp 35 Mio. Euro“, so Sahle. In welchem Maße seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inzwischen die Betreuung der Mieter übernehmen, machte er an einem konkreten Beispiel deutlich: „Wir beraten die Mietparteien, füllen Wohngeldanträge komplett aus und entlasten damit die Wohnungsämter“, beschreibt der Geschäftsführer die Situation.

VBW-Geschäftsführer Norbert Riffel ergänzte, dass für viele Mieter die Heizkostenerhöhung erst im Jahr 2024 bemerkbar werde, da durch die bestehenden Preisvereinbarungen mit Versorgern die Erträge erst verzögert weiterberechnet werden. Zudem forderte er mehr bundespolitischen Realitätssinn ein: So in der Frage der zeitlichen Umsetzung von Gesetzen und Richtlinien.

 

 

 

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