Grundsteuer: Jetzt auf die Erhebungsphase vorbereiten

Düsseldorf, 15.03.2022. Im vergangenen Jahr hat Nordrhein-Westfalen entschieden, bei der Grundsteuerreform das sogenannte Bundesmodell anzuwenden. Damit werden erstmals auch (statistisch ermittelte) Mieteinnahmen in die Berechnung einfließen.

Berechnung des Grundbesitzwertes

Wesentliche Faktoren sind der Bodenrichtwert und die Höhe der statistisch ermittelten Nettokaltmiete. Deren Höhe hängt ab von der sogenannten Mietniveaustufe der jeweiligen Gemeinde. Es gilt: Je höher die Mietniveaustufe, desto höher ist tendenziell die Miete in einer Gemeinde. Weitere Faktoren sind die Grundstücksfläche, Immobilienart und das Alter des Gebäudes.

Die Einordnung der Gemeinden in Mietniveaustufen wird vom Bundesfinanzministerium auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes über die Durchschnittsmieten in allen 16 Bundesländern erfolgen. In 15 von 16 Ländern sind die Einzelfaktoren über das System BORIS bereits einsehbar (für NRW: BORIS NRW - Aktuelle Informationen zum Immobilienmarkt). Die für die erste Hauptfeststellung der Grundsteuerwerte maßgeblichen Bodenrichtwerte auf den 1. Januar 2022 werden erst im Laufe des ersten oder zweiten Quartals 2022 zur Verfügung stehen. Die elektronische Abgabe der Feststellungerklärung wird von den Ländern durch weitere Informationen unterstützt werden. Ein Steuer-Chatbot, der Fragen rund um die Reform der Grundsteuer beantwortet, ist bereits unter www.steuerchatbot.de und unter www.elster.de freigeschaltet und von allen Interessierten nutzbar.

Mitwirkungspflicht

Aufgrund der Grundsteuerreform ist jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines Grundstücks verpflichtet, eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts (Feststellungserklärung) elektronisch beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Hierzu zählen auch Unternehmen und Institutionen mit umfangreichem Grundbesitz, die durch die große Anzahl an wirtschaftlichen Einheiten in besonderem Maße von der Grundsteuerreform betroffen sind.

Vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 kann die Feststellungserklärung über elster.de dem zuständigen Finanzamt übermittelt werden. Ab 1. Januar 2025 ist der neu festzustellende Grundsteuerwert maßgeblich für die zu leistende Grundsteuer an die Städte und Gemeinden.
Wenngleich Anfang 2022 noch keine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts einzureichen ist, sollte die Zeit bis zum 1. Juli 2022 mit der Vorbereitung auf die Erklärungsabgabe genutzt werden. Insbesondere sollten vorab die für die Erklärungsabgabe erforderlichen Daten erhoben und zusammengestellt werden. Alle sieben Jahre ist eine neue Hauptfeststellung (Festlegung des Grundsteuerwertes) vorgesehen, in der diese Rechnung wiederholt wird.

Bewertung des Bundesmodells

• Komplizierte Berechnungsweise, viele Angaben nötig
• Für Bürger kaum nachvollziehbar
• Entsprechend hoher bürokratischer Aufwand
• Steigende Bodenrichtwerte führen automatisch zu steigenden Grundsteuerwerten nach jeder Hauptfeststellung
• Bezahlbares Wohnen wird durch Bundesmodell nicht erreicht

 

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