Quartiersentwicklung mit nachbarschaftlicher Beteiligung

Düsseldorf, 28.10.2021. „Cube Central 378 – ein Beispiel für erfolgreiche nachbarschaftliche Beteiligung“ – Thore Marenbach, Geschäftsführer der Cube Land Development, einer Tochtergesellschaft der vor acht Jahren gegründeten Cube Real Estate GmbH aus Leverkusen. Er informierte auf Einladung des BFW NRW beim Bauträgertag über den turbulenten und doch erfolgreichen Verlauf einer Quartiersentwicklung in Düsseldorf-Flingern.

21 aktuelle Projektentwicklungen, zehn Quartiersentwicklungen, rund 600.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche mit einem Volumen von 2,1 Milliarden Euro in Arbeit, mehr als 80 Mitarbeiter – Cube-Zahlen, die den Respekt der Besucher in Köln abforderten.

Sehr offen und damit entsprechend interessant für die Zuhörer beschrieb Thore Marenbach die Quartiersentwicklung Kiefernstraße in Düsseldorf-Flingern und die damit deutlich gestiegene Akzeptanz der Projektentwickler von Beteiligungsverfahren. Nach dem Ankauf des Grundstücks im Oktober 2017 hatten sich die Cube-Entwickler – Bebauungsplan und Baurecht vorhanden – an der Kiefernstraße darauf eingestellt, zwei Hotels und kleinteilige Wohnungen zu errichten. „Die Rechnung hatten wir aber ohne die Anwohner gemacht“, blickt der Cube Land Development-Geschäftsführer zurück. Mit einer Onlinepetition und einer Demonstration unter dem Motto „Kein Luxusbau an der Kiefernstraße“ gab es zwischen Januar und April 2019 heftigen Gegenwind aus dem Viertel, das dank Hausbesetzervergangenheit reichlich Erfahrung aus der Gestaltung kontroverser Diskussionen mitbrachte.

Kritik an fehlender Einbindung der Anwohner

Zwischen Juni und November 2019 warfen die Cube-Verantwortlichen die bis dahin emsig zusammen getragene Bauantragsplanung für zwei Hotels und kleinteilige Wohnungen über den Haufen. Die Bewohner der umliegenden Straßen hatten sich mit Händen und Füßen gegen die Planung der Projektentwickler gewehrt. „Hotels waren den Nachbarn zu anonym, kleinteiliges Wohnen passte ihnen nicht in die Landschaft und kritisiert wurde vor allem das Fehlen sozial geförderter oder preisgedämpfter Wohnungen“, so Thore Marenbach. Hinzu kam die Kritik an der in den Augen der Bewohner fehlenden Beteiligung der Öffentlichkeit und die fehlende Einbindung des Projektes in ein vorhandenes Sozialgefüge.

Ideen und Anregungen gesammelt und diskutiert

„Statt unser ursprüngliches Projekt umzusetzen, sind wir mit professioneller Unterstützung im November 2019 in ein Beteiligungsverfahren gestartet und haben quasi ein völlig anderes Projekt in Angriff genommen“, so Marenbach. Tatkräftig unterstützt vom Planungsdezernat der Stadt Düsseldorf startete im Januar 2020 die Planwerkstatt 378 unter Beteiligung von Nachbarn, Politik und interessierter Öffentlichkeit. Einer Mediation mit den Anwohnern folgten eine Auftaktveranstaltung mit einem Quick Dating der Beteiligten, eine Planwerkstatt in der Drösser-Halle sowie zwei weitere Beteiligungsveranstaltungen. „Dort wurden Ideen und Anregungen aller Altersgruppen zu Nutzung, Leben im Quartier, Wirtschaftlichkeit, Architektur, Städtebau und Mobilität gesammelt und diskutiert“, so der Geschäftsführer der Cube Land Development. Das erarbeitete Konzept war dann Grundlage der weiteren Planung.

Im Mai 2020 wurde eine Bauvoranfrage für die Quartiersentwicklung gestellt, ein Jahr später folgte der Bauantrag. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf einer Grundstücksfläche von 6.100 m2 (Nutzfläche: 13.000 m2) wird mit einer Investition von rund 72 Mio. Euro ab Frühjahr nächsten Jahres ein Stadtquartier mit vielseitigen Wohnmöglichkeiten entstehen. Geplant von HPP Architekten, HGMB Architekten sowie dem Atelier Fritschi und Stahl wird es außerdem Gewerbeflächen sowie innovative, durch die Nachbarschaft geprägte Gebäudebereiche für Kunst und Kultur geben. Bereits im ersten Quartal 2024 soll das Projekt stehen.

Projekt Kiefernstraße macht Schule

Nebeneffekt für Cube: Der Projektentwickler hat inzwischen auch das in der Nähe befindliche, marode Fachmarktzentrum (B8-Center) erworben. „Mit unserer Absicht, langfristig das Baurecht für ein gemischt genutztes innerstädtisches Quartier zu schaffen, sind wir in Düsseldorf bei Politik und Nachbarn offene Türen eingelaufen“, so Marenbach. Bereits im Oktober 2021 hat das Beteiligungsverfahren begonnen, der Bauleitplanungsprozess soll 2022 starten.

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