DKB: Köln verliert junge Familien

Köln, 18.05.2021. In einer Online-Veranstaltung des BFW Landesverbandes NRW hat jetzt die F+B Forschung + Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt (Hamburg) eine Marktstudie für neu gebaute Eigentumswohnungen in Köln vorgelegt. Erstellt wurde die Studie im Auftrag der Deutschen Kreditbank (DKB).

„Die Studie zeigt, dass im Jahr 2019 über 8.000 Personen allein aus den familienrelevanten Jahrgängen Köln in Richtung bezahlbarer Wohnungsmarktregionen verlassen haben“, so Angelika Ingendaay, Sprecherin des BFW NRW für die Region Köln.

Dieser Wert habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. „Diese Entwicklung ist alarmierend, in dem zentralen Planwerk „Kölner Perspektiven 2030+“ erscheinen auf 256 Seiten nicht ein einziges Mal die Begriffe „Wohneigentum“ oder „Eigentumswohnung“, zitiert Ingendaay die Studie. Die Hamburger Analysten kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Stadt in ihrer Stadtstrategie fast vollständig auf bedürftige und benachteiligte Bevölkerungsgruppen konzentriere.

Ernüchternd für Bauträger aus Sicht des BFW NRW Landesvorsitzenden Martin Dornieden ist auch: „Neben dem Baulandmodell mit einer 30prozentigen Quote für geförderten Wohnungsbau existiert in Köln die Absicht, eine weitere Quote für preisgedämpften Wohnungsbau einzuführen. Ebenso gibt es Überlegungen, kommunale Grundstücke nur in Erbpacht zu vergeben.“

Die seit Jahren bekannten Ursachen für hohe Wohnpreise werden durch die DKB-Studie erneut belegt: „Hohe Baulandpreise, anspruchsvolle bundesgesetzliche Bauvorgaben und hohe kommunale Auflagen – auch bei Infrastrukturfolgeinvestitionen – erzeugen zusammen mit dem knappen Angebot verfügbarer Flächen mit Planrecht weiter ein sehr hohes Preisniveau jeweils von rund 6.000 Euro pro Quadratmeter.“

„Hohe Preise für Wohnen sind einer dramatisch zunehmenden Kostenexplosion in allen Bereichen geschuldet. Die Pandemie und der globale Handel mit Rohstoffen erzeugen aktuell neue Höchstpreise bei Baustoffen“, so Martin Dornieden.

Bisher hätten vor allem die in der Region ansässigen mittelständischen Bauträger trotz der erschwerten Bedingungen ihren Anteil zu bezahlbarem Wohnungsbau geleistet. Dazu brauche es eine über viele Jahre aufgebaute Kompetenz im Planen und Bauen. „Nicht zuletzt liegt die Stärke unserer Mitgliedsunternehmen in der schnellen Umsetzung genehmigter Projekte“, so Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW NRW. Ein Ziel der Stadt Köln müsse neben dem bezahlbaren Wohnen sein, auch für junge Familien Wohnangebote in Form von Einfamilienhäusern zu schaffen, die ihnen einen Verbleib in Köln möglich machen.

Darüber hinaus leiste der Neubau von Eigentumswohnungen in Stadtteilen mit sozialen Problemen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung. „Bauträger müssen die Möglichkeit erhalten geförderten Wohnungsbau, soziale Infrastruktur und innovative Wohnformen intelligent zu verknüpfen“, greift Ingendaay eine Forderung der Studie auf.

 

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