Umfrage: Auf Baustellen wird das Material knapp

Düsseldorf, 05.05.2021. Die mittelständischen Bauträger und Projektentwickler schlagen bundesweit Alarm: Zahlreichen Bauprojekten drohen Verzögerungen und Stillstand wegen Materialmangels. Das zeigt eine Umfrage des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen unter seinen rund 1.600 Mitgliedsunternehmen.

Fast 90 Prozent der Antworten belegen signifikante Engpässe bei Holz, Dämmmaterial und Stahl. Die Geschäftsführerin des BFW Landesverbands NRW, Elisabeth Gendziorra, sieht darin eine weitere Gefahr für das bezahlbare Wohnen.

„Unsere rund 300 Mitgliedsunternehmen in NRW beobachten mit Sorge, dass Holz kaum noch verfügbar ist. Bei Holz sowie bei Stahl und Dämmstoffen kennt die Preisentwicklung nur eine Richtung – nach oben. Dieser Trend muss dringend gestoppt werden, bevor es auf den Baustellen zum kompletten Stillstand kommt“, erklärt die Geschäftsführerin. In der bundesweiten BFW-Umfrage hatte die Mehrheit der Befragten angegeben, dass auch Plastikrohre und Kunststoffe aktuell knapp sind. Der Mangel gefährde damit Neubauprojekte und Sanierungsarbeiten gleichermaßen.

„Unsere Unternehmen machen sich aktuell große Sorgen. Fest geplante Übergabetermine sind in Gefahr, Finanzierungspläne kommen ins Schwanken. Schon jetzt liegt der Verzug auf vielen Baustellen bei zwei bis vier Wochen“, ergänzt auch der Vorsitzende des Vorstandes des BFW Landesverbands, Martin Dornieden. Einmal mehr werde deutlich, wie wichtig schnelles Handeln sei: „Bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums können wir uns keine Verzögerungen leisten“, so der Landesvorsitzende. Experten führen nach Angaben des BFW die Engpässe bei Holz, Stahl sowie Dämm- und Kunststoffen unter anderem auf die stark gestiegene Nachfrage in China und den USA zurück. Gleichzeitig ging die Produktion von Bauholz in Deutschland unter anderem wegen der Dürresommer in den vergangenen Jahren zurück.

„Die sprunghaft steigenden Baukosten bringen laufende Bauprojekte an ihre Grenze. Wenn Lieferengpässe sich manifestieren und die Baukosten einen weiteren Zenit erreichen, müssen in Wohnungsmärkten abseits der Hochpreisregionen Bauprojekte neu überdacht werden“, so die Einschätzung von Martin Dornieden. „Unternehmen und auch der Staat sind nicht mehr in der Lage zu bauen, wenn die erzielbaren Verkaufs- oder Mietpreise die Investitionen nicht mehr abdecken.“ Schon heute sei öffentlich geförderter Wohnungsbau in den Metropolen das Ergebnis einer Mischkalkulation mit freifinanziertem Wohnungsbau. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht die Lage auch längerfristig kritisch und rechnet nicht mit kurzfristigen Preissenkungen. „Um bei den Baukosten gegenzusteuern müssen Architektur und Grundrisse erneut überdacht werden. Langfristig muss die Entwicklung innovativer Baustoffe mit regionalen Produktionsstätten das Bauen vom Geschehen auf dem Weltmarkt unabhängiger machen“, erklärt BFW-Geschäftsführerin Elisabeth Gendziorra.

 

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