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Wie viel Innovationskraft steckt in Westfalen-Lippe?


15. November 2025

Düsseldorf, 15.11.2025. Wie gelingt Stadtentwicklung jenseits der Metropolen? Diese Frage stand im Zentrum des Immobiliendialogs Westfalen-Lippe, der in Bielefeld stattfand.
Gastgeber war das BFW-Mitglied Goldbeck, das die Veranstaltung mit einem Rundgang durch sein Kundenzentrum eröffnete. Anschließend begrüßten Elisabeth Gendziorra (BFW NRW) und Jan Birkemeyer (Goldbeck) die rund 80 Teilnehmenden aus der regionalen Immobilienwirtschaft.

Zwischen Anspruch und Machbarkeit
Claudia Koch, Baudezernentin der Stadt Bielefeld, machte den Auftakt. „Bielefeld steht an einem Wendepunkt zwischen Tradition und Transformation“, so Koch. Die Stadt müsse sich „neu erfinden“, mutig neue Wege gehen und Stadtraum neu denken: als Lebensraum und Gemeinschaftsprojekt. Steigende Baukosten, knappe Flächen und komplexere Genehmigungsverfahren machten deutlich, dass Stadtentwicklung zunehmend zum Balanceakt zwischen Anspruch und Machbarkeit werde und Kooperation, Offenheit und Experimentierfreude erfordere.
Gregor Moss (Wirtschaftsförderung Bielefeld) betonte, dass Gewerbeflächenmanagement, Start-up-Förderung und Standortmarketing entscheidende Faktoren seien, um den regionalen Innovationsmotor am Laufen zu halten. Jan Birkemeyer zeigte anschließend die Potenziale des seriellen Wohnungsbaus auf: Ein Ansatz, der Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit verbindet und gerade in Regionen wie Westfalen-Lippe dazu beitragen kann, die steigende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu decken.

Daniel Hoselmann (DZ HYP) gab einen Einblick in die aktuellen Zins- und Marktentwicklungen und zeigte, wie sich diese auf die Handlungsspielräume von Bauträgern und Projektentwicklern auswirken. Zwei konkrete Projektbeispiele machten die theoretischen Überlegungen greifbar. Das Lutter-Quartier zwischen Stadt und urbanem Vorort vereint auf 1.873 m² rund 65 Wohneinheiten in fünfgeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss. Hier wird städtisches Leben mit moderner Wohnqualität verschmolzen. Das Grünheide-Quartier im Bielefelder Stadtzentrum geht einen Schritt weiter: Mit 694 Wohnungen, derzeit das größte Wohnprojekt der Region, setzt es Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. 90 Prozent der benötigten Energie für Wärme und Warmwasser werden vor Ort erzeugt. Kombiniert mit Ökostrom von außen entsteht hier eine komplett dekarbonisierte Versorgung für eine Vielfalt an Wohnformen: von Single-Apartments über Familienwohnungen bis hin zu Wohneinheiten für Senioren, für Eigentümer wie für Mieter.

Resilienter Stadtraum
Die Beispiele zeigen, wie durch Kooperation, Dialog und kreative Ansätze resilienter Stadtraum entstehen kann. Westfalen-Lippe präsentiert sich dabei als Labor für innovative Stadtentwicklung.