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Ratsvorlage zu "Köln baut bezahlbar": Wichtiger Schritt, aber es braucht mehr Mut


23. Juni 2026

Düsseldorf, 23.06.2026. Die Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum, bestehend aus dem BFW-Landesverband Nordrhein-Westfalen, der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag), dem Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 e.V. sowie der Wohnungsbauinitiative Köln (WIK), begrüßt die Ratsvorlage „Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle“ und die darin enthaltenen Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die beteiligten Verbände bewerten insbesondere den intensiven Dialogprozess zwischen Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft als Erfolg. Der Austausch habe gezeigt, dass durch eine sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit praktikable Ansätze für mehr Wohnungsbau entwickelt werden können. Gleichzeitig macht die Allianz deutlich, dass die nun vorliegenden Vorschläge allein nicht ausreichen werden, um den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in Köln in ausreichendem Umfang zu schaffen.

"Der Dialogprozess war offen, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Das ist eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Jetzt kommt es darauf an, die gewonnenen Erkenntnisse auch konsequent in politische Entscheidungen zu übersetzen. Wer die Zielmarke von 6.000 neuen Wohnungen pro Jahr ernst nimmt, muss zusätzliche Schritte gehen, um Bauen wieder wirtschaftlich möglich zu machen“, so die Allianz. Nach ihrer Auffassung bieten die vorgesehenen Maßnahmen zwar wichtige Entlastungen bei Verfahren, Stellplatzregelungen und einzelnen Standards. Um die Wirtschaftlichkeit des Wohnungsbaus jedoch spürbar zu verbessern, seien weitergehende Anpassungen notwendig. Dazu zählen insbesondere eine Reduzierung von Grünflächenanforderungen, eine Anpassung des Flächenfaktors im Kooperativen Baulandmodell sowie die Überprüfung kostenintensiver kommunaler Sonderstandards.
„Die Wohnungswirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die den tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen entsprechen. Wenn heute die durchschnittliche Haushaltsgröße in Köln bei deutlich unter zwei Personen liegt, müssen sich auch Flächenvorgaben und Planungsstandards daran orientieren. Effizientere Flächennutzung ist kein Widerspruch zum Klimaschutz, sondern Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung“, betont Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW NRW.
Die Allianz verweist darauf, dass insbesondere beim energetischen Standard erhebliche Einsparpotenziale bestehen. Aus Sicht der Verbände sollten kostengünstigere Wege zur Erreichung der Klimaschutzziele geprüft werden, um die Baukosten wirksam zu senken. Bezahlbarer Wohnraum entstehe nicht durch zusätzliche Anforderungen, sondern durch einen realistischen Ausgleich zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung. Jede unnötige Kostensteigerung erschwere Investitionen und führe letztlich zu höheren Mieten. Deshalb brauchen es den Mut, bestehende Standards kritisch zu hinterfragen.
Darüber hinaus kritisieren die Verbände, dass vorgesehene Ablösezahlungen für entfallende Stellplätze oder Grünflächen die gewünschte Baukostenreduzierung teilweise wieder konterkarieren könnten. Wenn Politik und Verwaltung mehr bezahlbaren Wohnraum wollen, müsse dieses Ziel bei allen Abwägungsprozessen künftig stärker gewichtet werden. Wohnungsbau sei keine beliebige Aufgabe unter vielen, sondern eine der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Stadtgesellschaft. Dafür brauche es ein klares Bekenntnis.
Die Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum sieht die Ratsvorlage deshalb ausdrücklich als wichtigen Anfang, nicht jedoch als Abschluss des Prozesses. Die beteiligten Verbände erklären ihre Bereitschaft, den begonnenen Dialog mit Politik und Verwaltung fortzuführen und gemeinsam weitere Lösungen für mehr Wohnungsbau in Köln zu entwickeln.