KSTA: Wohnen in Köln immer teurer

Köln, 02.10.2025. Die Weckrufe aus allen Richtungen sind alarmierend laut, doch noch scheinen Politik und Verwaltung zu schlummern, wenn es um Wohnbaupolitik geht. "Wohnen wird in Köln immer teurer" titelt der Kölner Stadt-Anzeiger am 2. Oktober und bezieht sich auf das aktuelle Wohnungsbaubarometer der Immobilienplattform Immoscout 24.
Es müsse dringend etwas passieren, zitiert der KSTA Gesa Crockford, Geschäftsführerin der Plattform Immoscout 24. In Städten wie Köln sei der Markt unter Druck, fehle es an bezahlbarem Wohnraum. Die Daten des Portals zeigen: Die Menschen wollen kaufen, die Nachfrage sei höher als noch im letzten Jahr - acht Prozent mehr Suchanfragen hat Immoscout in den acht größten Metropolen ermittelt. Doch bezahlbare Wohnungen bzw. Häuser? Fehlanzeige. Deshalb weichen immer mehr Käufer ins Umland aus.
Die Kaufpreise für Wohnungen seien bundesweit halbwegs stabil, führt der KSTA aus. Anders in Köln: Hier seien die Kaufpreise für Bestandswohnungen im dritten Quartal 2025 um ein Prozent gestiegen; ein Quadratmeter koste aktuell 4277 Euro. Im Vergleich: Bundesweit seien die Preise in diesem Segment nur um 0,2 Prozent gestiegen. Ein ähnliches Bild zeige sich beim Neubau: Hier ergebe sich für Köln im Quartalsvergleich ein Plus von 1,1 Prozent auf 6245 Euro/m2; bundesweit seien die Preise nur um 0,5 Prozent gestiegen. Noch vor einem Jahr waren Bestandswohnungen in Köln um 103 Euro/m2, Neubauwohnungen um 281 Euro/m2 günstiger.
Die Eigenheimpreise in Köln sind nach Angaben des KSTA quasi explodiert, was die hohe Nachfrage widerspiegelt: Ein Quadratmeter Eigenheim koste 4535 Euro und sei damit im Jahresvergleich 5,3 Prozent teurer. Wer Neubau kaufen möchte, zahle rund 6435 Euro (+ 5,1 Prozent). Und Crockford glaube, so der KSTA, dass die Preise im nächsten halben Jahr steigen werden.
Nicht gerade im positiven Sinne "bemerkenswert" die Entwicklung des Kölner Mietmarkts: Für einen Quadratmeter Wohnfläche zahlen Mieter im Schnitt 17,82 Euro und damit 2,9 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2025. Im Jahresvergleich liege das Plus sogar bei 8,5 Prozent. Seit 2018 seien die Kölner Neubau-Mietpreise explodiert. Damals wurden noch rund zehn Euro/m2 fällig. Mittlerweile koste eine 70-Quadratmeter-Neubauwohnung 1247 Euro kalt und sei damit ähnlich teuer wie in Hamburg.
Für eine Bestandswohnung fallen derzeit 12,86 Euro/m2 an. Auch hier seien die Preise in Köln mit 1,1 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich stärker gestiegen als in vielen anderen deutschen Großstädten. Auf Jahressicht liege das Plus bei 5,7 Prozent, und auch hier gelte: Der Anstieg ist deutschlandweit am höchsten. Eine 70 Quadratmeter große Wohnung kostet laut Immoscout im Schnitt 900 Euro kalt.
Bild: Screenshot KSTA, 2.10.2025