Abschied von immer größeren Wohnungen?

Düsseldorf, 27.02.2026. Auf dem deutschen Wohnungsmarkt deutet sich eine Trendwende an. Neue Wohnungen werden kleiner, auch wenn das Niveau insgesamt hoch bleibt. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Ausgabe vom 27. Februar 2026 und bezieht sich auf eine neue Studie des DIW.
Lange wurden Wohnungen in Deutschland größer. Lag die durchschnittliche Wohnungsgröße 1965 noch bei 69 Quadratmetern, waren es 2024 bereits 94 Quadratmeter. Weil die Haushalte zugleich schrumpften, stieg die Wohnfläche pro Kopf laut DIW auf einen historischen Höchststand.
Nun werden Neubauten jedoch wieder kompakter. Das zeigen amtliche Daten, die das DIW ausgewertet hat. Setzt sich der Trend fort, dürfte die durchschnittliche Wohnungsgröße bis 2050 auf 88,5 Quadratmeter sinken, rund sechs Quadratmeter weniger als heute. Zwei Faktoren treiben die Entwicklung: Erstens leben immer weniger Menschen in einem Haushalt, besonders in Großstädten. Kleinere Haushalte brauchen weniger Platz. Zweitens sind die Immobilienpreise seit 2010 stark gestiegen. Viele können sich große Wohnungen nicht mehr leisten, für Bauträger sind kleinere Einheiten wirtschaftlich attraktiver.
Doch im Bestand dominieren noch größere Wohnungen, obwohl die Haushalte längst kleiner geworden sind. Die meisten Menschen leben nicht im Neubau, sondern in älteren Wohnungen. Dass Neubauten kleiner ausfallen, werten die Studienautoren als Anpassung an gesellschaftliche Realitäten.